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Erste Bürgerbaumfläche voll
Erste Bürgerbaumfläche voll
Seit diesem Frühjahr ist die Bürgerbaumfläche in Thedinghausen komplett belegt. Die UBL-Ratsfraktion hat nun beantragt, das Projekt auszuweiten. Die Verwaltung bringt unter anderem eine Dreiecksfläche in Morsum mit knapp 3.000 Quadratmetern ins Spiel.
Thedinghausen – Seit diesem Frühjahr ist die Bürgerbaumfläche an der Straße Am Sodenstich in Thedinghausen voll belegt. Für weitere Baumspenden von Bürgerinnen und Bürgern ist dort kein Platz mehr. Die UBL-Fraktion im Thedinghauser Rat hat deshalb den Antrag gestellt, die Verwaltung solle einen weiteren Standort ausfindig machen, um weitere Gehölzspenden zu ermöglichen.
Die Ratsleute der UBL sehen darin zum einen eine gute Gelegenheit, den Baumbestand in der Samtgemeinde zu erhöhen und so einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Förderung der Biodiversität zu leisten. „Die Bäume erhöhen die Attraktivität und Lebensqualität. Außerdem wird durch eine Baumpatenschaft die Verantwortung für das Gemeindebild erhöht, denn durch eine Spende identifizieren sich Menschen mit ,ihrem Baum‘. So ist zum Beispiel die Bereitschaft, diesen bei Trockenheit zu gießen, eher gegeben, als wenn es ein ,normaler Straßenbaum‘ ist“, heißt es im Antrag.
"Zur Geburt, zur Hochzeit, zu Taufen, zu Geburtstagen – die Anlässe sind genauso vielfältig wie die Gründe, einen Bürgerbaum zu spenden."
Aus dem Antrag der UBL-Fraktion
"Wir sind schon vielfach angesprochen worden, weshalb es keine Erweiterung dieses tollen Projektes gibt“, so die UBL weiter. Denn das Besondere an den Bürgerbäumen sei die Tatsache, dass sie die Geschichten ihrer Stifterinnen und Stifter erzählten und Erinnerungen an geliebte Menschen zeigten. „Zur Geburt, zur Hochzeit, zu Taufen, zu Geburtstagen – die Anlässe sind genauso vielfältig wie die Gründe, einen Bürgerbaum zu spenden“, heißt es im Antragstext. „Und oft ist es einfach nur der Wunsch, dass unsere Samtgemeinde grüner werden soll.“ Ein Bürgerbaum sei somit immer auch ein Geschenk an alle Bewohnerinnen und Bewohner der Samtgemeinde Thedinghausen.
Rund 100 Jungbäume in vier Jahren gepflanzt
Der Zuspruch für das Projekt ist ungebrochen. Rund 100 Bürgerbäume sind innerhalb der vier Projektjahre auf dem gut 7.000 Quadratmeter großen Areal Am Sodenstich zusammengekommen. 250 Euro hatte jede Spenderin und jeder Spender für den eigenen Baum bezahlt. Eine weitere Fläche zur Verfügung zu haben, bezeichnen nicht nur potenzielle weitere Baumspender sowie die UBL-Ratsfraktion, sondern auch die Projektverantwortliche Perdita Fricke von der Samtgemeindeverwaltung als wünschenswert. Fricke hatte bei der vorerst letzten Baumeinweihung Ende März dieses Jahres das Anliegen an die Bürgermeister und Räte in der Samtgemeinde weitergereicht, einen Beschluss zu fassen, weitere Flächen zu suchen. Genau das bezweckt die UBL jetzt.
Allee statt Fläche?
Ratsfrau Catarina Weidner (Grüne Liste) brachte die Idee ein, dass, wenn im Bereich des Neubaugebietes Illmer 6 für die Schaffung des geplanten Rundwanderweges Gehölz gerodet werden müsste, dort in der Nähe vielleicht weitere Baumspenden platziert werden könnten. Auch eine Allee in dem Bereich statt einer Fläche sei für sie überlegenswert. „Man kann ja kreativ denken.“
"Eine Dreiecksfläche mit knapp unter 3.000 Quadratmetern. Die könnte man meines Erachtens nach dafür ganz gut nutzen."
Gemeindedirektor Roland Link zu einem möglichen Areal in Morsum
Wurde schon geguckt nach neuen Flächen?“, fragte Ratsherr Mathias Röpke (CDU) an die Adresse der Verwaltung. Gemeindedirektor Roland Link antwortete: „Wir arbeiten da gerade dran. Wir sind auf der Suche.“ Viele Grundstücke im Kommunalbesitz würden „in der Regel verpachtet, und wir schauen, ob wir davon Flächen oder Teilflächen nehmen könnten“. In Thedinghausen selbst sei das schwierig, aber es gebe ein Areal in Morsum, im Bereich Langenstücken. „Das ist eine Dreiecksfläche mit knapp unter 3.000 Quadratmetern. Die könnte man meines Erachtens nach dafür ganz gut nutzen“, so Link. „Keine Riesenfläche, aber immerhin.“ Das Gebiet sei „ziemlich nass, von daher müsste man bei der Baumauswahl darauf achten, dass sie mit Feuchtigkeit gut klarkommen“. Grundsätzlich aber könne die Verwaltung diese Fläche „mit ins Spiel bringen“, so der Gemeindedirektor.
Private Flächen auch eine Option?
Bürgermeister Thomas Metz regte angesichts der mühsamen und bereits länger andauernden Suche nach kommunalen Grundstücken zusätzlich an, „mal anzufragen, ob es Privatmenschen gibt, die ihre Flächen zur Verfügung stellen wollen“, und zwar nicht nur auf Thedinghauser Gemeindegebiet, sondern auch in den anderen drei Mitgliedskommunen der Samtgemeinde. Ankauf oder Pacht durch die Kommune wären Möglichkeiten. Zudem fügte Metz an: „Wir haben auch ein Arboretum. Auch dort ist es übrigens möglich, Spenden zu entrichten und einen eigenen Baum zu haben.“
Verweis in Fachausschuss
Der Rat verwies die Thematik am Ende einstimmig zur weiteren fachlichen Beratung in den Bauausschuss, wie es die Verwaltung vorgeschlagen hatte. „Damit können wir auch gut leben“, hatte UBL-Ratsherr Daniel Strassner schon bei der Erläuterung des Antrags seiner Fraktion gesagt.
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